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Nebenwirkungen lassen sich in Psychotherapien nicht vermeiden und sind auch nicht per se negativ. Schädliche Nebenwirkungen und echte Kunstfehler müssen aber stärker in den Fokus rücken, um Psychotherapien noch wirkungsvoller zu machen. Das Gespräch fächert die möglichen Nebenwirkungen auf und hilft Therapeuten, eigene Schwachstellen besser zu durchschauen, erfolgreicher mit ihnen umzugehen, um sie zu vermeiden oder wenigstens im therapeutischen Gespräch zu bearbeiten. Silke B. Gahleitner und Brigitte Schigl betonen nachdrücklich, dass es immer nur über eine gute Beziehungsgestaltung erreicht werden kann, tendenziell schädliche Therapieeinflüsse in Grenzen zu halten bzw. nachzubearbeiten. Anders als echte Kunstfehler, sind viele andere »Nebenwirkungen« nicht zu vermeiden, müssen aber wiederum therapeutisch genutzt werden.
Menschen, die aus kriegsbedingten, religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen ihr Heimatland verlassen mussten, haben häufig schwerwiegende physische, psychische und soziale Verletzungen erfahren. In Deutschland angekommen, werden ihnen nicht nur die drastischen globalen Chancenunterschiede bewusst, sondern sie erleben darüber hinaus im Alltag oft Benachteiligung und Ausgrenzung. Solch komplexe Problemlagen können nicht allein im Rahmen des Gesundheitssystems aufgefangen werden. Vielmehr benötigen Traumatisierte eine kompetente psychosoziale Versorgung, die Gefahrenpotenziale bannen hilft, eine fachgerechte Begleitung anbietet und auf diese Weise Chancen auf eine gelungene I...
Verlässliche Beziehungen gestalten Gewalterfahrungen, Vernachlässigung und Missbrauch – etwa 80 % der Kinder in stationären Jugendhilfeeinrichtungen haben traumatische Erfahrungen gemacht, viele davon benötigen deshalb psychiatrische Hilfen. Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner verknüpft das praxiserprobte, erfolgreiche Behandlungskonzept des pädagogisch-therapeutischen Milieus mit der aktuellen Forschung zu Bindung, Trauma und Beziehungsgestaltung. Sie schafft damit wertvolle Grundlagen zur Bewältigung der Herausforderungen in der stationären Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Autorin vertritt eine biografieorientierte Arbeitsweise, die den Erfahrungen der Betroffenen viel Ra...
Jugendliche und junge Volljährige in Therapeutischen Wohngruppen (TWGs) müssen, wie alle Gleichaltrigen in der Pubertät und Adoleszenz, viele zentrale Entwicklungsaufgaben bewältigen - trotz schwerer psychischer und psychosozialer Beeinträchtigungen und Belastungen. Dies stellt sie selbst, ihre Familienangehörigen, aber auch die Mitarbeiter*innen in den TWGs vor besondere Herausforderungen. Immer wieder stellt sich bei allen Jugendlichen und ihren Familien die Frage, welche Bedingungen und Strukturen, welche Herangehensweise, welche methodischen Instrumente und welche pädagogisch-therapeutischen Verstehensweisen bei der Begleitung dieser individuellen, bisweilen sehr krisenhaften und komplizierten Entwicklungsprozesse hilfreich und wirksam sind.
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Viele junge Menschen, die vor Bedrohung, Verfolgung, Gewalt, Krieg und Perspektivlosigkeit fliehen, haben vor und während der Flucht potentiell traumatische Situationen erlebt. In Deutschland angekommen sind sie mit Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen des Akkulturationsprozesses konfrontiert. Reichen personelle und informelle Ressourcen nicht aus, die Aufgaben zu bewältigen, wird professionelle Unterstützung notwendig. Für die fundierte Interventionsplanung und Begründung fachlicher (Nicht-)Intervention ist Soziale Diagnostik eine wichtige Basis. Hier knüpft das Ziel des Forschungsprojektes "TraM" (1919-2022, gefördert vom BMBF) an. Das Ergebnis ist ein Best-practice-Modell für Fachkräfte der Sozialen Arbeit. Das vorliegende Buch zeigt die theoretische Rahmung auf und stellt die empirischen Ergebnisse der Erstellung und formativen Evaluation des zielgruppenspezifischen Diagnostikmodells auf dem Weg dorthin dar. Anliegen des Buches ist, auf Basis der Ergebnisse und deren Entstehung zur Diskussion und Weiterentwicklung Sozialer Diagnostik in Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit beizutragen.
Welches Potenzial haben online-gestützte Lehr-Konzepte im Bereich Soziale Arbeit? Anhand konkreter Beispiele beschreiben die Autorinnen und Autoren neuartige Qualifizierungswege und Studienformate mit digitalen Medien. Erfolgsfaktoren und Herausforderungen werden gleichermaßen reflektiert, indem ein langjährig erprobter Praxis- und Kooperationskontext vorgestellt wird.
In den Transformationsprozessen der Gegenwart sucht auch die Theologie nach einem angemessenen Ort und nach ihrer Bedeutung für Mensch, Gesellschaft und Kirche. 23 Theologinnen und Theologen versuchen in den Beiträgen dieses Jubiläumsbandes der Reihe "Werkstatt Theologie", offene Fragen und Baustellen einer Theologie aufzuspüren, die sich als praktisch bzw. praxisbezogen versteht. Der Band dient einer jeweiligen individuellen Selbstvergewisserung, aber auch dem Ausblick auf die nächsten Jahre der wissenschaftlichen Theologie. Zugleich greift er das Stichwort des ersten Reihenbandes "Prophetie" auf und fragt erneut nach der prophetisch-kritischen Stimme der Theologie heute.
Das Sichkümmern um Menschen ist kulturell verankert – welche Umstände bedingen welche Formen? Die Abgrenzung zwischen Beratung und Psychotherapie ist Gegenstand schulenübergreifender Debatten – warum gibt es hier so große Unterschiede? Und: Worin unterscheiden sich die Menschenbilder in Beratungs- und Therapiekonzepten? Dieses Buch zeichnet die höchst divergente Entwicklung von Beratung und Psychotherapie – sowie die gegenseitige Abgrenzung – nach und nimmt dabei verschiedene Länderperspektiven in den Blick. Zum Schluss wird die Frage beantwortet: Wie und wem nutzten die Unschärfe und starke Konturierung von Beratung und Psychotherapie? Die versammelten Beiträge sind eine Fun...
Carmen Böhm liefert einen Beitrag zur diskursiven Erforschung des fachlichen Umgangs Klinischer Sozialarbeit mit der sozial prekären Lage Wohnungslosigkeit, auf Basis der eingangs dargelegten Hypothese, Wohnungslosigkeit als ambivalenten gesellschaftlichen Zustand zu denken. Dabei wird deutlich, dass sich selbst diese Spezialdisziplin der Sozialen Arbeit, welche sich explizit der Adressierung marginalisierter Personengruppen verschreibt, kaum mit dieser Lage sowie deren sozio-politischer Bedingtheit befasst. Im Rahmen einer wissenssoziologischen Diskursanalyse der Fachzeitschrift „Klinische Sozialarbeit“ kann gezeigt werden, dass sich die relativ junge Disziplin vornehmlich an Zielgruppen wendet, deren Behandlung ihre dauerhafte Etablierung als Akteurin im Gesundheitswesen zu sichern scheinen.